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Monday, September 8, 2014

Wer macht denn schon Geachäfte in Jerusalem?


 
Geschäfte machen ist wohl nicht das Erste, was Ihnen im Zusammenhang mit Jerusalem in den Kopf kommt. Im Gegenteil, wenn Sie nicht gerade ein Reiseunternehmer sind oder einen Souveniershop betreiben, werden diese beiden Begriffe kaum im selben Satz fallen.

Vermutlich verbinden Sie Jerusalem, wie die Meisten, mit Religionen und Geschichte. Das Bild einer antiken Wüstenstadt, einerseits mit dem Ruhm der Propheten und Könige gekrönt, andererseits von unzähligen Kriegen gepeinigt, erfüllt unsere Fantasien. Jeder kennt Jerusalem, Millionen besuchen jedes Jahr, für Viele bedeutet Jerusalem gar Erlösung.

Aber Jerusalem hat auch eine andere Art von Überraschungen, die ausgerechnet für Unternehmer und Geschäftsleute interessant sind. Das offenbarte sich deutlich in einer Konferenz mit dem Titel ”Doing Business in Jerusalem”, die im August vom JBNF – Jerusalem Business Networking Forum – im Internationalen Kongress Zentrum gehalten wurde.

Sind das Geschäftsleute?

Die Konferenz war Teil einer umfangreichen Veranstaltung für Neuankömmlinge in Israel. Die Umgebung sah also eher wie eine Art Marktplatz aus, auf dem ganze Familien zwischen vielfältigen Ständen umher schlenderten. ‘Ganze Familien’ bedeutet in Jerusalem durchschnittlich vier Kinder, davon mindestens eins im Kinderwagen und oft auch Grossmama und Grosspapa im Schlepptau. Die meist gesprochenen Sprachen waren English und Französisch, ein wenig Russisch und bei den Hebräisch sprechenden Teilnehmern konnte man die Herkunft auf Anhieb am Akzent erraten.

Ich lebe seit 30 Jahren in diesem Land und ehrlich gesagt fühlte ich mich etwas fehl am Platz bis ich zum Konferenzsaal der JBNF durchgedrungen war.

3000 Jahre Innovation

Was mich als erstes beeindruckte war die Liste der Redner und Diskussionsteilnehmer, die auf dem Plan stand und vor allem deren Vielseitigkeit. Die geplanten 7 Stunden waren mit motivierten Jungunternehmern, neugierigen Kapitalanlegern, High-Tech Veteranen, Start-up Gurus, staatlichen Vertretern, sowie Vertretern nicht-staatlicher Organisatinen, Finanz- und Versicherungs-fachleuten und aufmerksamen Zuhörern aus allen Branchen gefüllt.

Und alles Jerusalemer – manche frisch angekommen, einige lang eingesessen und andere einheimisch, aber mit dem selben Drang den Unternehmensgeist in Jerusalem anzukurbeln.



So erfuhr ich, dass sich 10% aller Israelischen Start-up Aktivitäten in Jerusalem  abspielen und mehr als 250 Firmen in Jerusalem ‘geboren’ wurden. Unter ihnen bekannte Namen, wie Mobileye, Teva, BrightSource Energy, Ophir Optronics, und ViewBix. Unter den Firmen, deren R&D Zentren sich in der heiligen Stadt befinden, sind u.a. Intel, IBM, Siemens, RadWare, Ness und NDS (Cisco) zu finden. Als Jerusalemer haut einen das nicht vom Stuhl. Was einen allerdings schon in Erstaunen versetzt ist das Ausmass in dem neue Business Aktivitäten von staatlichen Behörden unterstützt und von privaten Unternehmern vorangetrieben werden. Die Stadt bietet verblüffend viele Möglichkeiten für junge Innovateure ihre Ideen umzusetzen und für Investoren ihr Kapital klug und bedeutsam anzulegen.

Finanzierung ist ein wichtiger Faktor. Die Stadtverwaltung hat eine Abteilung angelegt, die für die Förderung von jungen Geschäften verantwortlich ist indem sie Ermässigungen und Vergünstigungen erteilt. Der Grossteil der Finanzierung kommt allerdings aus privaten Investment Fonds und Venture Groups, deren eindeutiges Ziel es ist Jerusalems nächste Start-up Renner zu entdecken und gross zu ziehen. Einer der Pioniere hier ist JVP – Jerusalem Venture Partners, gegründet in 1993 von dem heutigen Knesset Mitglied Erel Margelit. Er erkannte das verborgene Potential in einer Stadt, deren Image unter übertrieben religiösem Übergewicht leidet. Daher gründete er einen Fond, der nicht nur Business, sondern auch moderne Kultur fördert, die der Stadt eine frische Lebensqualität verleihen. In den Räumlichkeiten des JVP befinden sich ausser einer Reihe von Start-up Büros also auch ein populäres Musik-Café, in dem bekannte Musiker, Komiker und andere Künstler zur Attraktivität der Stadt beitragen.

Inkubatoren für Start-Ups und Spielplätze für Entwickler

Ein ähnliches Unternehmen ist Terra. Diese Gruppe spezialisiert sich auf start-up Ideen aus dem ‘Cleantech’ Bereich. Die Ideen werden mit ihren Schöpfern direkt vom Reissbrett geholt, sorgfältig von Experten ausgewählt und im ‘Technologie Inkubator’ von Terra betreut und gepflegt bis sie quasi allein auf den Beinen stehen können. Das Terralab bietet den Jungunternehmern, wie bei JVP Räumlichkeiten, Arbeitsmittel und Anleitung um ihre Ideen in Technologien und Produkte umzuwandeln.
Hier einige der revolutionären Projekte, die gegenwärtig dort am wachsen sind: Verringerung der Luftverschmutzung in Grosstädten durch die Entwicklung eines Apps, das Ihnen als Autofahrer die Parkplatzsuche abnimmt, Ihnen kostbare Zeit spart und der Umwelt erhebliche Belastung abnimmt. Eine weitere Firma entwickelt ein Armband für Ihre älter werdenden Eltern, das Ihnen Daten über deren körperlichen Zustand und tägliche Routine übermittelt, egal wie weit entfernt Sie leben; und wenn nötig auch an relevante nahegelegene Krankenversorger.


Faszinierend für mich sind die verschiedenen Hubs, die beginnenden Unternehmern Raum und Möglichkeit bieten zusammen zu kommen und zu “spielen”. Manche dieser Hubs sind lediglich für Gemeinschaftsarbeit angelegte Büroräume, die Platz und Ausstattung zu Verfügung stellen. Ingenieure oder Software-Entwickler können hier ihre ersten Schritte in der Geschäftswelt mit ihrer eingenen Start-up Firma machen und sich mit Gleichgesinnten austauschen und beraten oder auch zusammen tun. Viele, wie SifTech, Presentense und Jerusalem StartupHub bieten ausserdem Schulungen, organisieren Meetings für Interessengruppen, wie Computer-Freaks oder andere Workshops. Pico lädt darüberhinaus auch Jerusalemer Künstler ein ihre Arbeiten auszustellen. Und wem das noch nicht reicht, der sucht sich eine Werkstatt, wie JerusaLab in der er den ersten Prototyp seines neu erdachten Produkts herstellen kann oder einfach versuchen kann seine Ideen mit Hilfe von 3-D Druckern in Materie zu verwandeln.

Man hat das Gefühl diese Hubs tauchen plötzlich überall auf und machen sich in den veralteten industriellen Gebieten der Stadt zwischen Autowerkstätten und Humus-Buden breit. Diese jungen Leute redeten mit einem solchen Enthusiasmus, dass ich Lust hatte mir sofort diese “Spielplätze” für Ideenhaber selber anzuschauen. Vieleicht würde auch ich sogar dazu inspiriert meine eingenen Ideen zu entwickeln und verwirklichen zu wollen. Ganz sicher würde ich dort aber fantastische Leute mit erstaunlichen Ideen und bewundernswertem Engagement und Intellekt treffen.

An die Spitze gelangen

Einen weitere nenneswerte Organisation ist MadeinJLEM, deren Ziel es ist Jerusalem an die Spitze zu bringen, wenn es um Unternehmergeist geht. Alles, was Sie über Unternehmertum, Start-ups, Geschäftsentwicklung und -förderung, Anlagemöglichkeiten, Firmen, Hubs usw. in Jerusalem wissen wollen, können Sie dort in Erfahrung bringen. Und wer daran Teil haben will findet dort einen vielversprechenden Ausgangspunkt.



Einer der Höhepunkte der JBNF conference war die Verleihung einer besonderen Unternehmer-Auszeichnung an die fünf top Start-ups von Jerusalem in 2014. Diese wurde von dem Vize-Bürgermeister Ofer Berkovitch übergeben. Jeder der fünf Firmen ist in einer anderen Branche tätig und jede hat ihr eigenes faszinierendes Konzept.

Brainsway Ltd. – Fortschrittliche, nicht-invasive Technologie Lösung für die Behandlung von Hirnerkrankungen

Revelator Ltd. – Bietet Management und Lösungen für die Monetarisierung digitaler Inhalte in der Musikindustrie.

Freightos – Entwicklung des weltweit ersten online Fracht Netzwerks.

Glide – Der weltweit erste und einzige Instant Video Messenger.

Abe’s Market – Online Markt für Bioprodukte; verbindet den umweltbewussten Käufer mit den Leuten, die die Produkte machen.

Es gibt also schon eine Menge Leute, die in Jerusalem Geschäfte machen und es werden immer mehr. Das nächste mal, wenn Sie etwas über Jerusalem hören, könnte es durchaus mit High-Tech, technologischen Durchbruch oder Profit bringende Geschäfte zu tun haben.

 

Sunday, August 24, 2014

Who is Doing Business in Jerusalem?

 
Doing business probably isn’t the first thing that comes to mind when you hear the name Jerusalem. On the contrary, unless you are a travel agent or own a souvenir shop, doing business and Jerusalem are not likely to appear in the same sentence.
Like most, you probably associate Jerusalem with sacredness and history. The image of an ancient city of gold, withstanding endless wars and being home to the largest religious faiths arises in your mind. Everybody in the world has heard of this remarkable city, millions of tourists visit each year, for many Jerusalem even implies salvation.
 
But Jerusalem has a few surprises for you in store. Some were revealed at a conference titled “Doing Business in Jerusalem” that was held this August by the JBNF - Jerusalem Business Networking Forum - at the International Convention Center in Jerusalem.
 
Are these the business people?
 
The conference was part of ‘The Event’, a large Expo for newcomers to Israel. The premises looked more like a colorful marketplace with lots of booths and entire families roaming around curiously. ‘Entire families’ in Jerusalem means an average of 4 children, at least one stroller and sometimes grandparents included as well. The primary languages spoken were English, French and Russian. Hebrew speakers were usually struggling with their foreign accents.
Having lived in Israel for over 30 years I felt somewhat misplaced till I reached the large auditorium in which the JBNF conference was held.
 
 
3000 Years of Innovation
 
The first thing that impressed me was the number of speakers and panelists that were scheduled to appear. The second was their variety. 7 hours were packed with young entrepreneurs, motivated investors, high-tech veterans, start-up gurus, government reps, bankers, insurance people, non-profits and a mindful audience.
 
And all Jerusalemites. Some newcomers, some well-settled and some native, but all with the same desire to boost business in Jerusalem.

I learned that 10% of all start-up activity in Israel is located in Jerusalem and over 250 companies were “born” in Jerusalem. Among them are familiar names you may have heard, such as Mobileye, Teva, BrightSource Energy, Ophir Optronics, and ViewBix. Some of the most successful high-tech companies have their R&D centers right here in the holy city of gold and innovation: Intel, IBM, Siemens, RadWare, Ness, NDS(Cisco). If you are a Jerusalemite yourself, this is not such a big deal. However the extend to which this activity is encouraged by the authorities and boosted by private investors is remarkable. The variety of opportunities that allow people to pursue their ideas and give their support is inspiring.
 
One way to support and drive innovation to industry is by funding. The municipality has an entire department dealing with business development and promotion. Most funding, however comes from private venture groups who literally seek out the next big thing in Jerusalem. One of the pioneers in explicitly driving Jerusalem’s start-up scene to success is the JVP – Jerusalem Venture Partners, founded by today’s MK Erel Margelit in 1993. Not only that, in recognizing the hidden potential under the cities burden of an image with tremendous religious overweight the JVP fosters modern cultural activities and other initiatives that contribute to the modern quality of Jerusalem. The JVP's premises house a number of start-up companies as well as the popular music-club Zappa staging musicians, comedians and other artists. 
 
Incubators for Start-Ups and Playgrounds for Innovators
 
A similar venture is Terra. The fund focuses on cleantech start-up ideas. These are taken straight from the drawing board, carefully chosen by experts and then cultivated in the ventures ‘technology incubator’. The Terralab, just like JVP provides space, equipment and guidance for the selected entrepreneurs to turn their ideas into technologies and products. Among the mind-blowing ideas they are currently pursuing are a company developing an app to help you find parking space quickly in order to reduce air-pollution in crowded cities and another company developing a bracelet for your elderly parents, which will transfer vital information about their health and routine to you if you are living far and/or relevant care giving facilities near by.
 
Fascinating to me are the various hubs offering space and opportunity for starting entrepreneurs to come together and ‘play’. Some of these hubs are simply co-working spaces - office space made available for your first start-up activity, also enabling you to network with likeminded innovators. Some of them, like SifTech, Presentense and Jerusalem StartupHub offer training, organize meetings for interest groups or computer geek activities and other workshops. Pico also invites local artists to display heir work. And then there are those who go even a step further and actually offer machinery and hands-on opportunity for you to try and materialize your ideas. JerusaLab is one such promising playground, where you can build the first prototype of your newly invented product.
 
It feels like these hubs are springing up out of nowhere, conquering some of the run-down industrial areas of the city. These young people spoke with such enthusiasm, that I felt like hopping over immediately to check out each one of these places. Maybe I would be inspired and find my own innovative opportunity or I would simply be amazed by the exciting ideas and people I would meet in Jerusalem’s start-up hubs.
 
Making it to the Top
 
You can find information on all of the companies, accelerators, investors and hubs with MadeinJLEM, an organization, whose aim it is to place the city at the top when it comes to entrepreneurship.
 
In the highlight of the JBNF conference, the top 5 Jerusalem start-ups in 2014 received a special entrepreneurship award presented by Deputy Mayer Ofer Berkovitch. Each company is active in a different branch and each had their own very exciting innovation and concept.
Brainsway Ltd. – Advanced, non-invasive technology solutions for the treatment of brain disorders.
Revelator Ltd. – Provides management and monetization solutions for digital content for the music industry.
Freightos – Creating the world’s first automated online freight network.
Glide – The world’s first and only instant video messenger.
Abe’s Market – The online marketplace for great natural products, connects buyers seeking amazing natural products with the people who make them.

There are already a lot of people doing business in Jerusalem and there will be a lot more in the near future. The next time you read about Jerusalem it may just be about technology and high-tech and promising profitable business.

Tuesday, March 4, 2014

Hals und Beinbruch! – muss das sein?


Vieleicht sollten wir dieses beeindruckende Mandelbäumchen in seiner vollen Blüte dazu befragen. Nicht nur hat es den Bruch überlebt, es scheint obendrein einen Weg gefunden zu haben seine eigene Schönheit neu zu definieren. Das seit hundert Jahren schlimmste Winterwetter hatte es regelrecht zu Boden geschlagen und ihm gnadenlos alle Glieder gebrochen, die dem nicht Stand halten konnten.

 
In diesen Tagen beginnt sich die Natur in und um Jerusalem in ihre Frühlingsfarben zu kleiden und man kann sich kaum noch vorstellen, wie sie noch vor zwei Monaten ausgesehen hatte, als der Schneesturm an ihr herum gezerrt hatte.
 
Am letzten Wochenende lockte mich der Wunsch die Anmut der neu erwachenden Natur mitzuerleben aus dem Haus. Dieses ungewöhnliche Mandelbäumchen erweckte sofort meine Aufmerksamkeit und Neugierde. Anfangs verstand ich nicht, was meine Augen sahen. Erst als ich näher heran ging wurde mir klar, das der Ast des Baumes unter der Last des Schnees gebrochen war, was diesen Erstblüher regelrecht in die Knie gezwungen hatte. Die wunderbare Prophetin des Frühlings hatte sich jedoch nicht unter kriegen lassen und brachte dennoch eine Fülle von prächtigen Blüten hervor. Da sie an einem Hang steht, scheint das Weiss der Blüten geradezu den Hang hinunter zu fliessen oder wie eine Schleppe von ihr herunter zu gleiten.
 
„Wie tiefsinnig“ dachte ich. Drückt diese Prinzessin der Bäume nicht etwas aus, was Philosophen immer wieder in Worte zu fassen versuchen, wohl schon seit es Worte gibt? Es birgt in sich eine Weisheit, die Denker überall in der Welt immer wieder neu zu formulieren suchen. Erst vor Kurzem las ich einen Artikel, der erklärte warum man erst fehlschlagen müsse, bevor man wirklich erfolgreich sein könne.
 
Als ich weiter spazierte zeigte sich mir eine noch krassere Illustration dieser Idee. Dieses zerbrechliche junge Mandelfräulein hat es sogar noch schlimmer erwischt. Ihre gesammte Krone war herunter gerissen. Das hielt sie jedoch nicht davon ab ihre Blümchen zum Lobgesang auf die Kontinuität des Lebenszyklus zu öffnen.
 


Welchen tiefsinningen Spruch könnte ich wohl diesem Bild hinzufügen, wenn ich es auf meinem Facebookpage teile? Welchen Denker könnte ich am besten zitieren, um dem Ausdruck zu geben was hier passiert war? Würde ich überhaupt noch einen Spruch finden, der nicht schon vollkommen ausgekaut ist und jedem nur ein müdes Lächeln abgewinnen würde bevor er/sie weiter scrollt zum nächsten profunden Bla auf seiner/ihrer Wand? Wahrscheinlich nicht.

Die Wahrheit ist doch, dass wir alle lieber schön und erfolgreich wären ohne uns die Glieder brechen und die Kronen von Kopf reissen lassen zu müssen.  Aber diese Mandelbäumchen sind trotzdem toll.

 

Thursday, February 20, 2014

Break a leg! - do I have to?

 

We could put the question to this amazing almond tree in its full blossom. It had every possible branch broken by a merciless snowstorm and was literally crushed to the ground. Not only did it prevail, it seems to have found a new way to define its own beauty.



These days nature in and around Jerusalem is beginning to dress itself in its spring colors and it is hard to image what it looked like two months ago, when it was attacked by the heaviest winter weather in about 100 years.

Last weekend I was drawn outside by the spring air to take a glimpse at the beauty of nature being born again. This incredible almond tree instantly caught my attention and fascination. At first I did not even understand what I was looking at. Only upon getting closer did it become clear that the branches of this lovely princess of trees had been bent under the weight of the snow and simply brought to the ground. Yet, the suffering princess did not lose her determination to pioneer spring and brought forth an abundance of blossoms at first chance. Since she stands at a slope, the delicate blossoms seem to flow down the hill, thus decorating it in a most elegant fashion.

“How profound”, I thought. Doesn’t this tree express something that philosophers have tried to put in words far as long as words exist? It holds a wisdom in it that people are constantly rephrasing. Just recently I read an article about having to fail in order to succeed.

As I walked on I came across an even clearer illustration of the same message. This fragile youngster was affected even more severely; its crown seemed completely fallen. But that did not keep its flowers from opening up in a call for the continuation of the life cycle.  
 

What profound aphorism would I use as title to the picture, when I share it on my Facebook page? Who should I best quote to express in words what happened here?  Could I even find something that isn’t already completely chewed up and make everyone go “awwwww” and scroll down to the next profound bla on their walls? Probably not.

 The truth is we’d all rather be beautiful and successful without having our branches broken and crowns crushed. But the trees are still awesome.

 

 

Tuesday, February 11, 2014

Coexistenz im Jerusalemer Familien-Garten (Deutsche Version)


(Here's is the German version of the post from Feb. 9th)

Solltest Du einen Garten haben, so bin ich sicher, dass Du grosse Freude daran hast. Selbst wenn Du nicht der ergebenste Gärtner bist, oder von chronischer Grill-Sucht befallen, so wirst Du trotzdem die Freuden Deines eigenen kleinen Freigeländes zu schätzen wissen. Die Zeit, die Du dort drauβen verbringst mag zwar gering sein im Verhältnis zu dem Aufwand, den es bedarf es ansehnlich zu halten, aber das ist nicht, was wichtig ist. Wichtig ist, die Möglichkeit zu haben. Ein Garten bedeutet ein bisschen mehr Platz und wesentlich mehr Freiheitsgefühl zu Hause. Normalerweise ist man drauβen im Transit, entweder auf dem Weg irgendwohin oder irgendwoher. Ein Garten ist der einzige Platz an dem man in Ruhe drauβen sein kann.
 

Ich lebe im zweiten Stock eines Wohnhauses in einem relativ eng bewohnten jerusalemer Viertel. Kein Platz für einen eigenen Garten. In Jerusalem jedoch, hat man die Möglichkeit die Vorteile eines Gartens trotzdem zu genieβen, solange es einem nichts ausmacht ihn zu teilen. Eine riesige Wiese zieht sich von einer der Hauptkreuzungen in der Nähe der Stadteinfahrt, den breiten Ben-Tsvi-Boulevard auf der einen Seite und dem Knesset Gelände auf der anderen Seite bis fast in das Stadtzentrum hinunter. Sie ist talförmig angelegt und mit Bäumen und Büschen eingerahmt. Spazierwege führen darum herum und kreuzen das Grün an einigen Stellen. An der breiten Nordseite befindet sich ein Skatepark, sowie Basketball- und Fussballplätze, auβerdem sind Schaukeln, Klettergerüste und alles, was Leute für die Unterhaltung ihrer Sprössling in den Garten stellen, zu finden. Auch für die Fitnessfans ist gesorgt, unter schattenspendenden Bäumen gibt es Kraftsport-geräte. Des Menschen bester Freund, der bekanntlich das Leben im Freien besonders mag, wird nicht vernachlässigt. Für ihn gibt es eine eigene, abgetrennte Wiese, etwas weg vom Schuss. 

Dieser Platz heisst „Gan Sacker“, was so viel wie Sacker Garten bedeutet. Offiziell wird er als Park Sacker bezeichnet, aber ich finde Garten wesentlich passender.
 

Wir verbringen dort gern den Samstag Nachmittag. Wir, das bin ich, eine in Deutschland aufgewachsenen Blondine aus einer Familie von Geschäftsleuten, mein Partner, siebente Generation in Jerusalem, aus einer Musikerfamilie mit jemenitischer Orientierung und usere weisse Hündin Kika, die den Groβteil ihres Lebens in einem Hundeasyl verbracht hat. Unsere erste Station ist die Hundewiese. Nachdem wir Kika frei lassen machen wir es uns auf einer, der am Rand aufgestellten Bänke gemütlich und beobachten Hunde aller Arten, Gröβen und Farben wie sie umher toben. Andere sitzen selber auf dem Rasen oder den Bänken, quatschen oder lesen, wir trinken unseren Tee. 

Als nächstes machen wir uns auf zum Tischtennis, gleich neben den Sportanlagen. Dort sind immer eine Menge Leute und Kika zieht viele neugierige Kinder an. Besonders die Haredim (jüdisch-orthodoxen) kommen um unsere gleichmütige Gefährtin zu streicheln während die Eltern aus der Ferne wachen. Auβer Hebräisch hört man Russisch oder Arabisch, einige Kinder sind farbig. Wir spielen ein paar Spiele Ping-Pong und normalerweise finden sich rasch Mitspieler. Da ist der Typ, der ununterbrochen israelische Folkslieder singt oder redet und nur dann den Mund hält, wenn er am Verlieren ist. Oft kommt der nigerische Fremdarbeiter, der alle mit einem freundlichen Lächeln besiegt, oder die amerikanische Dame, die nicht will dass ihr Mann erfährt, dass sie hier spielt.  Neben uns macht immer irgendein muskulöser Jüngling seine Liegestützen und sobald er damit fertig ist kommt sofort der nächste.
 

Danach gehen wir eine Runde um den Garten, bevor wir uns auf dem Rasen ausruhen. Ich bin immer wieder erstaunt über die enorme Diversität der Menschen und derer Aktivitäten hier. Auf den Sportplätzen ist immer etwas los, aber damit ist es nicht genug. Ganze Gruppen von Leuten spielen alle möglichen Ballspiele, auch solche, die ich noch nie gesehen habe und deren Regeln ich nicht auszutüfteln vermag. Jung und Alt spielen Baseball oder Frisbee, einige machen Yoga oder Tai Chi, manche ringen sogar oder machen Akrobatik. Der neuste Trend ist ein spezielles Seil in etwa einem Meter Höhe von Baum zu Baum zu spannen und darauf zu balancieren.

Kinder radeln auf ihren Fahrrädern die Wege entlang und Erwachsene joggen, junge Paare laufen Hand in Hand oder schieben ihre Kinderwagen, ältere Paare laufen ebenfalls Hand in Hand oder mit ihren Laufstühlen.

Die Meisten feiern das Drauβen-Sein mit gastronomischen Genüssen. Paare bevorzugen ein romantisches Picknick. Aber auch ganze Sippen sammeln sich um Grills und Tische voll mit hausgemachten Köstlichkeiten. Würde man von einem zum anderen gehen und überall einen Happen probieren, so käme das einer kulinarischen Reise um den Globus gleich. Die aufsteigenden Gerüche vereinen sich über dem lebendigen Treiben. Einige gehen sogar so weit die Geburtstage ihrer Kinder im Garten zu feiern. Entweder machen sie selber Musik, oder sie bringen kleine Lautsprecher mit, damit sie singen und tanzen können. Wem diese Art von Freizeit-Fun nicht zusagt kann sich fern halten. Der Garten ist groβ genug für Alle.
 

Jerusalem ist eine multikulturelle Stadt und das ist hier in natürlichster Weise reflektiert. Coexistenz ist nicht nur ein Wort.

 Arabisch sprechende Jugendliche sitzen unter einem Baum während kleine jüdisch-orthodoxe Mädels in ihren halblangen Röcken drumherum Fangen spielen. Eine junge Äthiopische Frau bringt ihr Kind um sich das Baby eines Europäischen Missionärpaars anzuschauen. Ein alter Herr, dessen Familie vor 40 Jahren aus der Wüste Iraks gekommen war und der jetzt mit seiner phillipinischen Pflegerin spazieren geht, ruht sich auf der Bank neben einem Intellektuellen, der ein Buch über Philosophie in französisch liest aus. Jerusalem ist das zu Hause für all diese Leute und sie bewegen sich mit Selbsverständlichkeit in ihrem Garten. Wenn sie einander begegnen lächeln sie, machen einender Platz und wenn nötig helfen sie einander aus. Und dann sprechen alle Hebräisch (mehr oder weniger) im Garten der Jerusalem Familie..

Sunday, February 9, 2014

Coexistence in the Jerusalem Family Garden (English version)


(Eine deutsche Version wird folgen)

If you have your own garden, I am sure you are very fond of it. Even if you aren’t the most passionate gardener or suffering from compulsory BBQ-syndrome, you’ll appreciate the joy of your private little outdoor space. The times you go out there may be relatively few compared to the effort it takes to maintain its beauty. However, knowing that the possibility is there makes the difference. A garden means a little more space and a lot of additional freedom where you feel at home. Because usually, outside is a space you pass through when you need to get somewhere. You are either on your way to some place or from some place. A garden is the only outside space where you can slow down, stop and stay for a while. 

I live on the 2nd floor in a rather crowded Jerusalem neighborhood. No garden here to call my own. But in Jerusalem, if you don’t mind sharing, you can still enjoy the benefits of a family-garden. A huge piece of lawn stretches itself from a major junction near the entrance of the city, along the wide Ben-Tsvi-Boulevard on the one side and the Knesset premises on the other side, all the way down almost to the center of town. It is shaped like a valley, framed by trees and bushes on both long sides, surrounded and crossed by walking paths. At the north side there is a large skate park as well as basket ball and soccer fields. For the smaller children there are swings and slides and whatever people put in their gardens to entertain their offspring. And for those who like to work out there is outdoor exercise equipment under some shade providing trees. Not to forget men’s best friend, who is highly appreciative of the outdoors, has his own free running field a little to the side and away from the crowd.

The place is called “Gan Sacher”, which translates into Sacher Garden. Commonly it is referred to as Sacher Park, but I prefer to call it a garden, because that’s really what it feels like.


 We like to spend Saturday afternoons in the Garden. We, that is me - a German-born blond from a family of business people, my partner - a seventh-generation Jerusalemite from a family of musicians with Yemenite orientation and our snow-white dog Kika, who spent most of her life in a dog shelter. Our first stop is the dog field. After we set Kika free, we make ourselves comfortable on one of the benches scattered close to the fence and just watch dogs of all types, shapes and sizes romp around. People hang out on the grass or on the benches, some read books, others chat, we drink our tea.

Next we make our way to the table tennis in the main garden right next to the exercise equipment. There are always a lot of people and Kika attracts many curious children. Especially the haredic (Jewish-ultra-orthodox) children seem to cherish the opportunity to pet our serene companion. There are children speaking Russian and Arabic, some are black, their parents watch from a distance or come to take a closer look. We play a few games of Ping-Pong and sooner or later someone usually joins in. Often it’s the guy who continuously sings Israeli folk songs or talks and only shuts up when he is about to lose the game. Sometimes the foreign worker from Nigeria, who beats everyone with a smile comes by or the American lady from a fancy neighborhood, who doesn’t want her husband to know, that she comes here to play. Next to us there is always some young hunk making push-ups or pull-ups and as soon as he’s gone the next hunk jumps in.


Later we take a walk through the entire Garden before we chill out somewhere on the lawn. I never seize to be amazed at the unbelievable diversity of people and the variety of their activities. There is always something going on on the sports fields and skate park, put it doesn’t end there. Groups of people play all kinds of ballgames, including some that I have never seen and can not figure out the rules for. Young and old play baseball or Frisbee, some do Yoga or Tai Chi, some wrestle or do acrobatics. The most recent trend is to stretch a special rope between two trees at about one meter above the ground and try to walk on it.

On the paths little children ride their bikes, grown-ups make their rounds jogging, young couples walk hand in hand or with their stroller, old couples also walk hand in hand or push their walkers.

The majority of people celebrate their time outside with food. Couples have a romantic twosome picnic. Entire clans sit around their BBQs and tables full of home cooked cuisine. If you went from one to the next and tasted a little of each, it would equal a culinary trip around the globe. The smells merge in mid-air over the Garden. Some even take it a step further and celebrate their children’s birthday in the Garden. They either play music themselves or bring their loudspeakers so they can sing and dance. If this isn’t your type of fun, the garden is big enough to stay out of the noises reach.


Jerusalem is a multicultural city and it is reflected in the Sacher Garden in its most natural way. Coexistence isn’t just a word.

A group of young Arab-speaking boys will sit chatting under a tree, while little girls in their long haredic skirts are running around playing catch. An Ethiopian woman, who barely had time to learn Hebrew, yet, will bring her child to see the baby of a European Christian couple doing charity work for a year. An old man with roots in Iraq, walking with his Philippine caretaker will take a break sitting down on the bench next to the intellectual reading a book on philosophy in French. Jerusalem is the home of all of these people and they all feel that they can be themselves in their garden. When they meet they smile, make sure to give each other space and often lend a hand. And when they meet they all speak Hebrew (more or less) in the Jerusalem Family Garden.